Ein halbes Jahr Soundtracking : Iceland - Und nu?

Es ist ruhig geworden um Soundtracking : Iceland. Das liegt allerdings nicht nur daran, dass wir einen kleinen Deutschland-Koller verwinden mussten, sondern hängt hauptsächlich mit unseren Plänen für die Zukunft zusammen, die derzeit geschmiedet werden wollen. Wir haben Großes und Großartiges vor und stecken mitten in einem Haufen Arbeit. Aber lest selbst…

 

Besinnlich ist`s

 

Die Tage werden kürzer und mit der einziehenden kuschelgemütlichen Dunkelheit stellt sich bei uns nach vier Wochen Deutschland doch langsam eine Heimeligkeit ein, die wir schon richtig vermisst haben. So sitzen wir am ersten Advent bei Kerzenschein und isländischer Musik zusammen mit unserer Familie und essen selbstgemachten Stollen, trinken Kaffee und freuen uns insgeheim ein bisschen auf die bevorstehende Weihnachtszeit. Holen das nach, was die letzten vier Wochen zu kurz gekommen ist.

Deutschland, du D-Zug

 

Es war in den letzten Wochen aber auch wirklich ruhig um uns. Und das hatte viel mit viel zu tun.  Ehrlich gesagt mussten wir uns – angekommen in Deutschland – erst einmal wieder einfinden in die deutsche Alltäglichkeit. Stadt statt Land, Sie statt du, Häuser, Autos und Verkehr, statt Landschaft, Pferde und zweisamer Einsamkeit. Ein halbes Jahr fern sein von allem heißt meist auch, dass bei der Rückkehr so einiges an Angehäuftem auf den Ausreißer wartet. Anmeldung, Ummeldung, Post, Wohnung ein- und herrichten, regulärem Job nachgehen, bzw. Aufträge an Land ziehen, sich mit Freunden treffen usw. Alles in einem affenartigen Zahn. Puh. Erst einmal durchatmen. Ihr versteht? Jetzt jedenfalls rollt alles, geht voran und hat sich eingefädelt. Schneller als auf Island. Aber es läuft. Tut es ja immer irgendwie, zum Glück.

 

Soundtracking : Iceland – Ohne Knete, trotzdem Fete

 

Immer wenn wir in den letzten Wochen von unserer Island-Reise erzählt haben, saßen unsere Liebsten vor uns und fragten: Was bringt die Zukunft? Was passiert jetzt eigentlich mit Soundtracking? Gibt´s ein Album? Um diese Fragen zu beantworten, mussten und müssen wir einen kurzen Rückblick wagen. Vor ungefähr einem Jahr haben wir für „Soundtracking : Iceland“ eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, mit dem Ziel ein Album mit isländischen Musikern zu produzieren. Nach über viermonatiger Vorbereitungszeit ging es in die Finanzierungsphase und daran, Kontakte zu knüpfen, eine kleine Fanbase zusammenzustellen, medial Aufmerksamkeit zu erregen und uns ganz persönlich für unsere Reise vorzubereiten. Diejenigen unter euch, die uns und Soundtracking : Iceland seit Anbeginn folgen, wissen, dass wir unser Crowdfunding-Ziel leider nicht erreicht haben, aber den Mut und die Laune nicht verloren haben und trotzdem aufgebrochen sind. Ohne eine finanzielle Starthilfe, die eine professionelle Albumproduktion möglich gemacht hätte, aber mit euch, Willi und unseren Träumen, Ideen und der festen Überzeugung, dass Island sein muss. Dass Soundtracking : Iceland ein wunderbares Projekt ist, das niemals in einer verstaubten Ecke landen darf, sondern Liebe und Flügel verdient hat. Wir wussten, dass unsere Albumproduktion ohne ein finanzielles Polster auf wackeligen Beinen stehen würde, schon allein deshalb, weil wir mit weniger Geld auf der Tasche zeitlich begrenzter waren, weil wir wieder mehr in unseren regulären Jobs arbeiten mussten, jedoch glaubten wir gleichzeitig daran, dass sich andere Möglichkeiten bieten würden. 

Filmemacher

 

Und genauso kam es auch. Vor einem halben Jahr sind wir aus Hamburg in ein Abenteuer aufgebrochen und haben all das dokumentiert, was uns in Island und seiner Musikszene widerfahren ist. Wir sind mit Willi einmal um die ganze Insel gefahren, haben Musiker, Produzenten, Musikschulinhaber und Musikbegeisterte getroffen, haben Konzerte und Festivals besucht und bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Kamera draufgehalten. In dem letzten halben Jahr sind unfassbare drei Terabyte Videomaterial mit Interviews, Konzertmitschnitten, Festivalmomenten, Landschaftsaufnahmen und persönlichen Erlebnissen zusammengekommen. So viel, dass wir zwischenzeitlich unsere Festplattensammlung aufstocken mussten. So viel, dass wir – Jan und ich – schon vor längerer Zeit beschlossen, dass es statt des Albums einen ganzen Film geben soll: Eine Dokumentation über die isländische Musikszene. Wir freuen uns riesig auf die kommenden Wochen Arbeit, darauf, das Material weiter zu sichten, auszuwählen, zusammenzuschneiden und alles hübsch zu machen. Ganz hibbelig sind wir, denn es gibt so viele tolle Aufnahmen, die noch überhaupt niemand gesehen hat.

 

Geheimniskrämerei

 

Und noch wegen einer anderen Sache sind wir gespannt wie zwei kleine Flitzebogen… Leider können wir noch nicht alles verraten, ein bisschen Zeit brauchen wir noch, um alles zu planen. Soviel sei aber schon jetzt verraten: Soundtracking : Iceland wird auch nach dem Release der Dokumentation über die isländische Musikszene nicht in der Versenkung verschwinden. Wir machen weiter. Nur anders. Neu. Frisch. Und länger. Im nächsten Jahr. Wir halten euch auf dem Laufenden und drücken euch aus der Ferne

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